Mehr über Strubel-Briefmarken: Katalognummern, Druckperioden, Kaufberatung

Strubel Briefmarken kaufen – Sitzende Helvetia ungezähnt 1854–1862

Die Strubel sind die erste eidgenössische Dauerserie der Schweiz und der Einstieg in die klassische Schweizer Philatelie. Bei Briefmarken URAY finden Sie laufend über 100 einzeln fotografierte und beschriebene Strubel – von der günstigen 10-Rappen-Marke des Berner Drucks bis zum Münchner Erstdruck mit Attest. Jedes Stück ist mit SBK-Nummer, Erhaltung und Stempel beschrieben, Preise in CHF, Versand aus der Schweiz.

Was sind Strubel-Briefmarken?

Als «Strubel» (schweizerdeutsch für «Strubelkopf», zerzaustes Haar) bezeichnen Sammler die ungezähnten Sitzende-Helvetia-Marken der Schweiz von 1854 bis 1862. Der Name kommt vom Aussehen der Helvetia: Ihr Haar wirkt im geprägten Bild wild und aufgelöst. Amtlich heisst die Ausgabe Sitzende Helvetia ungezähnt; im Schweizer Briefmarkenkatalog (SBK/Zumstein) tragen die Werte die Nummern 21 bis 27.

Die Marken lösten 1854 die Rayon-Ausgaben ab und wurden 1862 durch die gezähnte Sitzende Helvetia ersetzt. Technisch waren sie für ihre Zeit aufwendig: Das Markenbild ist im Prägedruck erhaben ausgeführt, und als Fälschungsschutz ist ein farbiger Seidenfaden ins Papier eingebettet.

Welche Werte und Katalognummern gibt es?

  • SBK 21 – 2 Rp. grau (erst ab 1862, für Drucksachen; nur im späten Berner Druck)
  • SBK 22 – 5 Rp. braun
  • SBK 23 – 10 Rp. blau
  • SBK 24 – 15 Rp. rosa/karmin
  • SBK 25 – 20 Rp. orange
  • SBK 26 – 40 Rp. grün
  • SBK 27 – 1 Fr. grau/lavendel

Entscheidend für Wert und Bestimmung ist nicht nur die Nummer, sondern der Buchstabe dahinter – er bezeichnet Druckerei, Druckperiode und Papier.

Münchner Druck, Berner Druck, Papiere: Die Buchstaben A bis G

Die ersten Auflagen wurden 1854 in München gedruckt (Buchstaben Aa, A2, A), alle weiteren ab 1854/55 in Bern (B bis G). Dazu kommen verschiedene Papiere: dickes Münchner Papier, ab 1857 dünneres Zürcher Papier sowie die seltenen Seidenpapier-Ausgaben (E und F). Der späte Berner Druck G (1859–1862) ist eng gedruckt, weshalb vollrandige G-Strubel schwerer zu finden sind als ihr Katalogpreis vermuten lässt.

Die Bestimmung erfolgt über Papier, Seidenfadenfarbe, Prägung und Farbnuance. Das Standardwerk dazu ist das Strubel-Handbuch (Hunziker, Zumstein), dessen «SH-Nummern» Sie bei vielen unserer Artikel zusätzlich zur SBK-Nummer finden. Beim Münchner Erstdruck (Aa) und den Seidenpapieren empfehlen wir grundsätzlich Stücke mit Attest oder Befund – wir geben Prüfer und Prüfjahr in der Beschreibung an.

Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

  • Rand: Strubel wurden von Hand mit der Schere getrennt. Die Beschreibung «vollrandig», «breitrandig» oder «weissrandig» bedeutet, dass die Randlinie rundum unversehrt ist; «angeschnitten» oder «berührt» drückt den Wert deutlich. Ein Bogenrand oder eine Bogenecke ist ein Plus.
  • Seidenfaden: sollte vorhanden und möglichst nicht ausgezogen sein.
  • Prägung: je kräftiger das Relief, desto besser.
  • Erhaltung: Wir nennen dünne Stellen, Bugspuren, Nadelstiche oder Reparaturen ausdrücklich. Was nicht genannt ist, ist nicht vorhanden.
  • Entwertung: Die Standardentwertung ist die eidgenössische Raute (schwarz, seltener blau oder rot). Ortsstempel, Fingerhutstempel, Balken- und Stabstempel sind auf Strubel begehrt und werden nach dem Stempelwerk (AW-Nummern) mit Zuschlag bewertet. Ein sauber, «kopffrei» aufgesetzter Stempel ist wertvoller als ein Vollstempel über dem Gesicht.
  • Ungebraucht: Ungebrauchte Strubel mit Originalgummi sind selten und teuer – seien Sie bei günstigen Angeboten skeptisch und verlangen Sie einen Prüfnachweis.

Was kostet ein Strubel?

Die Preisspanne ist enorm. Eine gestempelte 10 Rp. des späten Berner Drucks (23G) mit kleinen Mängeln erhalten Sie bereits für wenige Franken, saubere vollrandige Stücke der Hauptwerte für CHF 20 bis 100. Seidenpapier-Ausgaben, der 1-Franken-Wert und vor allem der Münchner Erstdruck (22Aa, 23Aa, 26Aa) liegen im dreistelligen bis vierstelligen Bereich. Belege – Faltbriefe, Nachnahmen, Buntfrankaturen – werden zusätzlich nach Stempel und Verwendung bewertet. Unsere Preise orientieren sich am Zumstein-/SBK-Katalog, sind aber immer ein Bruchteil davon; der Katalogpreis ist ein Richtwert, kein Verkaufspreis.

Strubel auf Brief und als Stempelsammlung

Strubel eignen sich hervorragend für Heimat- und Stempelsammlungen: Sie waren acht Jahre lang im ganzen Land in Gebrauch, und die Vielfalt an Aufgabestempeln kleiner Poststellen ist gross. In unserer Kategorie Briefe finden Sie Strubel-Belege aus vielen Kantonen, in der Kategorie Stempel Einzelmarken mit bestimmten Abstempelungen.

Häufige Fragen zu Strubel-Briefmarken

Warum heissen die Marken «Strubel»?

Wegen der zerzaust wirkenden Haare der Helvetia im geprägten Markenbild. «Strubel» ist Schweizerdeutsch für einen Wuschelkopf. Auch die Verkleinerungsform «Strubeli» ist gebräuchlich.

Was bedeutet der Buchstabe hinter der SBK-Nummer, zum Beispiel 23B?

Er bezeichnet die Druckperiode und das Papier: A steht für Münchner Druck, B bis G für die Berner Drucke auf Münchner, Zürcher oder Seidenpapier.

Woran erkenne ich einen Münchner Druck?

Am dicken Münchner Papier, an der Seidenfadenfarbe und an der besonders kräftigen Prägung. Eine sichere Zuordnung ist ohne Vergleichsstücke schwierig – kaufen Sie Münchner Drucke mit Befund oder Attest.

Sind Strubel eine gute Kapitalanlage?

Wir verkaufen Briefmarken an Sammler, nicht als Anlageprodukt. Gut erhaltene, geprüfte Strubel – besonders Erstdrucke und schöne Belege – haben aber seit Jahrzehnten eine stabile Nachfrage.

Versenden Sie auch ins Ausland?

Ja. Wir versenden aus der Schweiz in die EU und weltweit; die Versandkosten sehen Sie im Warenkorb.

Aktuell verfügbare Strubel bei Briefmarken URAY

In dieser Kategorie finden Sie alle derzeit lieferbaren Strubel – Einzelmarken, Paare, Briefstücke und Belege. Nutzen Sie die Listensuche oberhalb der Produkte, um direkt nach einer SBK-Nummer (z. B. «23G») oder einem Ort zu filtern. Wenn Sie ein bestimmtes Stück suchen, das nicht aufgeführt ist, schreiben Sie uns – wir führen weit mehr Material, als online gelistet ist.

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